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LIVING PLANET REPORT: ÖKOLOGISCHE SCHULDEN SIND SCHLIMMER ALS ÖKONOMISCHE
 

Finanzkrise, Staatsverschuldungen, überschuldete Firmen, überschuldete Haushalte, Privat- und Unternehmensinsolvenzen bis hin zu möglichen Staatsbankrotten. Das sind derzeit die Themen im Zusammenhang mit der weltweiten Wirtschaftskrise. Natürlich sehe ich vor allem die horrenden Ausgaben und Staatsverschuldungen auch als ein gigantisches Problem an, welches uns und vor allem nachfolgende Generationen in naher Zukunft belasten wird. Aber diese Arten von monetären Schulden kann man in der Praxis bekämpfen durch Konjunkturwachstum, oder aber auch durch geordnete Insolvenzen. Ebenso natürlich auch durch Inflationierung und somit Entwertung dieser „Geld“-Schulden. Diesem Themenbereich widme ich mich ja fortlaufend in meinen Publikationen.

Heute möchte ich aber eine weitere Art von Schulden in Erinnerung rufen. Unter dieser monetären/ökonomischen Schuldenlast kommt aus meiner Sicht derzeit ein anderer „Schuldenbereich“ leider viel zu kurz und findet kaum noch Beachtung. Obwohl dieser Bereich die Grundlage unseres Planeten ist. Ökonomie kann nämlich nur auf einer gesunden Ökologie nachhaltig bestehen!

Ich habe für meine Berichte immer auch einen Ordner, in welchem ich interessante Studien ablege zu welchen ich nicht sofort einen Bericht schreibe. Auch komme ich nicht immer dazu alles sofort zu lesen. Auf einer Geschäftsreise habe ich nun Zeit gefunden, den „Living Planet Report" komplett durchzulesen. Dieser hat mir viele interessante Aspekte aufgezeigt und ich möchte Ihnen diesen sehr empfehlenswerten Report heute vorstellen. Dieser WWF Report wird alle zwei Jahre veröffentlicht und stellt eine Art „Herz- und Nieren-Check“ unseres Planeten dar. Er ist eine der international bedeutendsten Studien über den allgemeinen Zustand der Erde.

Ökologische Schulden sind weit dramatischer als monetäre!

Der Raubbau an der Erde nimmt immer dramatischere Formen an und ist so groß wie nie zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt der „Living Planet Report“ des WWF. Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen weitergeht wie bisher, würden bis zum Jahr 2035 zwei volle Planeten benötigt, um den Bedarf an Nahrung, Energie und Fläche zu decken. Das ist eine weitere Beschleunigung um 15 Jahre.

Dem Report zufolge hat sich der ökologische Zustand der Erde noch einmal dramatisch verschlechtert. Hauptverantwortlich dafür sind vor allem steigender Ressourcenverbrauch, Entwaldung, der vom Menschen verursachte Klimawandel, Umweltverschmutzung und Überfischung. Als Folge werden Ökosysteme zerstört, Arten ausgerottet und Wasserreserven verknappt. Darüber hinaus ergeben sich verheerende ökonomische Konsequenzen, weil Schäden durch Naturkatastrophen zunehmen und Preise für Nahrungsmittel und Rohstoffe explodieren werden.

Der Living Planet Index – Arten sterben aus

Dem Bericht liegen zwei Parameter zugrunde, die die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums untersuchen: Während der „Living Planet Index“ ähnlich einem Aktienkurs den Zustand der Ökosysteme unserer Erde widerspiegelt, zeigt der „Ökologische Fußabdruck“ den Umfang der Beanspruchung dieser Systeme durch den Menschen an. Der „Living Planet Index“ der globalen Biodiversität wird an den Beständen von 1.686 Wirbeltierarten in aller Welt gemessen. Er hat sich in den letzten 35 Jahren um fast ein Drittel verschlechtert. Während die Abnahme in manchen gemäßigten Zonen ein Ende gefunden hat, zeigt der gesamte Index weiterhin einen rasanten Absturz.

Der Ökologische Fußabdruck

Bezüglich des „Fußabdrucks“ stellt der Report fest, dass die Menschheit die weltweiten Ressourcen immer schneller aufbraucht, als sie erneuert werden können. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, würden im Jahr 2035 rechnerisch zwei volle Planeten benötigt, um die Bedürfnisse der Menschheit zu befriedigen. Der Report 2006 hatte dafür noch mit einem Zeitraum bis zum Jahr 2050 gerechnet.

Die Schulden gegenüber der Natur steigen dramatisch!

Wir übersteigen mit unserem Konsum die vorhandenen Möglichkeiten um ein Drittel, so die Aussage des Reports. Wir nehmen ökologische Schulden auf, indem wir uns über die Grenzen hinwegsetzen. Dadurch untergraben wir die Stabilität der Lebensräume und gefährden letztendlich unser eigenes Wohlergehen. Denn jede Schuld muss irgendwann mit Zinsen zurückgezahlt werden – auch bei der Natur.

Deutschland auf Rang 30

Deutschland liegt im internationalen Vergleich der Größe seines „Fußabdrucks“ auf Rang 30. Damit liegt es vergleichsweise gut und hinter Großbritannien, Frankreich und Österreich, aber deutlich über dem globalen Mittelwert. Deutschland gehört somit zu den 50 „ökologischen Schuldnern“ auf der Welt. Den größten „Fußabdruck“ haben die USA und China.

Fazit

Die ökologische Krise wird uns um ein Vielfaches härter treffen als die aktuelle Finanzkrise und früher oder später das Wohlergehen und die Entwicklung aller Nationen gefährden.

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Weiterführende Informationen zum jeweils aktuellen WWF - Living Planet Report finden Sie hier: ► WWF - Living Planet Report

 
 

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